Geschichte

Meinisberg liegt eingebettet zwischen dem 565 m hohen Büttenberg und der Alten Aare, dem sogenannten Häftli. Das Dorf selbst liegt 445 Meter über Meer. Die Gesamtfläche des Gemeindegebietes umfasst 438.68 Hektaren, davon 97,82 Hektaren Wald.

Die Bevölkerungszahl beträgt gegenwärtig etwas über 1500 Personen. In den rund 460 Wohngebäuden sind 670 Haushalte untergebracht. Die Gesamtzahl der registrierten Gebäude (Wohnhäuser, Garagen, gewerbliche Betriebe usw.) beträgt 760. Unsere Gemeinde liegt im Verwaltungskreis Biel/Bienne. Angrenzend an Meinisberg liegt im Süden Büren, im Osten die Gemeinde Lengnau, im Norden Pieterlen und im Westen Safnern.

Meinisberg gehörte seit jeher zum kirchlichen Dorfverband „Kirchspiel Pieterlen“ mit den Dörfern Pieterlen, Rotmund, Meinisberg und Reiben. Die Bewohner dieser Dörfer waren Untertanen von adligen Herrschaften, welche Zehnten ( Steuern ) verlangten für verpachtete Ländereien.

Bezüglich Entstehung / Erwähnung des Namens „Meinisberg“ gibt es Informationen im geogr. Lexikon der Schweiz auf Grund von Landverkäufen / Verträgen aus dieser Zeit. Auszug daraus: 1261 Meinhartsberg / 1321 Meinholdsberg. Aus welchen Quellen diese Angaben entstanden, sind für uns unbekannt. Die älteste urkundliche Erwähnung dat. 5.Mai 1312 mit dem Namen „ Meinosberg“ befindet sich im Staatsarchiv in Bern. Ursprünglich erstreckte sich die Grafschaft Neuenburg von Traverstal in östlicher Richtung bis in die Nähe der Stadt Solothurn. Zu dieser Grafschaft gehörte ebenfalls Meinisberg. Im 13. Jahrhundert begann in diesem Gebiet ein Auflösungsprozess. 1282 wurden Pieterlen, Meinisberg und Reiben an den Bischof von Basel verkauft. Sie teilten rund 500 Jahre lang die Schicksale des Bistums Basel. Durch die napoleonischen Siege kamen sie sogar von 1797 bis 1825 an Frankreich und gehörten zum Departement Haut-Rhin mit der Hauptstadt Kolmar. Damals erhielt Meinisberg auch seinen französischen Namen Montménil. Mit dem Anschluss des Bistums an den Kanton Bern anlässlich des Wiener Kongresses im Jahr 1815 wurden die drei Dörfer, die zur Kirchgemeinde Pieterlen gehörten, zum Oberamt Büren geschlagen und so wieder mit ihrer natürlichen Nachbarschaft vereinigt.

Eines der ältesten, erhaltenen Gebäude der Gemeinde ist der Speicher an der Hinteren Gasse 1C von 1731. Er überstand den grossen Dorfbrand von 1733, bei dem 18 Firste zerstört worden sind. Von 1778 datiert der stattliche, landwirtschaftliche Mehrzweckbau an der Hauptstrasse 78, der durch exzellent ausgeführte Zimmermannsarbeit beeindruckt. Ebenfalls noch im 18. Jahrhundert entstanden die in mehreren Exemplaren erhaltenen, Ortsbild wirksamen Kalksteinbrunnen auf privatem und öffentlichem Grunde. Der grösste Teil der historischen Bausubstanz besteht jedoch aus Bauernhäusern des 19. Jahrhunderts sowie aus Wohn- und Gewerbehäusern des 20. Jahrhunderts.

Zu einem speziellen Kapitel der Ortsgeschichte gehört die Zeit zwischen 1913 und 1940, als Meinisberg die vorläufige Endstation der Schmalspurbahn Biel-Meinisberg bildete. Davon zeugen der ehemalige Bahnhof mit WC-Häuschen am Käsereiweg, sowie das zur Turnhalle umgebaute Lokomotiv-Depot am Käsereiweg 4.

Der Rebstock im Gemeindewappen weist darauf hin, dass neben dem Gemüse- und Ackerbau auch der Weinbau einst eine wichtige Rolle gespielt hat. Von allen Gemeinden des Bürenamtes hat Meinisberg ihn am längsten betrieben; die letzte Kelterung fand 1927 statt. Lokalisiert waren die Rebberge am Hang oberhalb des Dorfes, wo auf den alten Karten der Flurname 'Dählenreben' noch vermerkt ist.

Wir verweisen auf untenstehende Literatur, welche bei Autor Konrad Kunz, Rainweg 1, 2554 Meinisberg, bestellt werden kann:
• „Vom Graswurm“ zum „Orangen Pfeil“
  Geschichte der Schmalspurbahn Biel-Meinisberg BMB, 1913 – 1940
• „Meinisberg – Eine Dorfgeschichte“
  Einblick in die Geschichte und Entwicklung einer dörflichen Gemeinschaft, 2008

Eine durch den Bau des Nidau-Büren-Kanals abgeschnittene grosse Aareschleife ist zum stillen Wasser geworden und steht am unteren, östlichen Ende mit dem Flusslauf in Verbindung. Seit 1928 ist der obere Teil dieses Altwassers mit den Auenwäldchen unter Naturschutz gestellt. Es ist ein heute bereits weitbekanntes Schutzgebiet für Pflanzen und Tiere. In erster Linie aber für Stand- und Zugvögel als Bewohner des Wassers und der Auenwälder. Der Name "Häftli" ist unter den Freunden der belebten Natur ein Begriff geworden. Im Zuge der zweiten Juragewässerkorrektion wurde bei Meienried, zwischen Häftli und Nidau-Büren-Kanal ein Wasserdurchlass erstellt. Die Versorgung des stillen Gewässers mit Frischwasser bringt dem reichen Fischbestand wieder bessere Lebensbedingungen.

Aufgrund einer vernünftigen baulichen Tätigkeit ist das Dorf in vertretbarem Rahmen gewachsen. Gewerbe, Handel, Industrie und Landwirtschaft sowie Blumen- und Gemüsebau sind vorhanden und bieten zahlreiche Arbeitsplätze an. Ausserdem verfügt Meinisberg über einen Campingplatz. Pendler erreichen Dank einem grosszügigen Fahrplan mit dem Bus der Aare Seeland mobil AG rasch die Seelandmetropole Biel.